Kinoprogramm Leipzig

Mit einem Tiger schlafen

Ein Gemälde. Grün von Nadelbäumen, erdige Töne von trockenen Wiesen und
Kirchenwänden. Im Licht, das durch das Fenster des Bauernhauses der Großmutter
fällt, in dem Maria Lassnig ihre Kindheit verbringt, strahlt die Strickjacke ein erstes Mal
himmelblau, strahlt wie nicht von dieser Welt. Aufgewachsen im Süden Österreichs,
verschlägt es Lassnig via Wiener Kunstakademie in die dortige Kunstszene der
Nachkriegszeit. Himmelblau, Rosa, Jadegrün, fleischiges Rot. Schweigsam, störrisch
zwischen Männern, die sich zu gerne reden hören, fühlt sie in ihren Körper hinein und
blickt auf die Welt. Sie malt. Sie filmt. Erbarmungslos und mit Schalk. Zäh baut sie ihre
Karriere auf. Sie weiß um den Wert ihrer Malerei, lange bevor die Kunstwelt mit ihrem
Urteil nachzieht.

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